In den letzten Monaten bekommen wir deutlich mehr Anfragen zur privaten Krankenversicherung. Nicht erst Corona hat uns gezeigt, dass wir – auch wenn die Politiker stets was anderes behaupten – bereits mittendrin in der Zwei-Klassenmedizin leben.

14 Monate Wartezeit auf eine Knie- oder Hüft-OP? Heute leider keine Seltenheit, wenn man nicht zusatzversichert ist. Du kannst die aktuellen Wartezeiten, je nach Spital, hier abrufen. Alternativ kann man solch einen Eingriff natürlich auch privat bezahlen. Nicht selten geht damit allerdings mit einem Schlag das mühsam Ersparte drauf. Die andere Lösung ist, – am besten schon in jungen Jahren – für diese Situation mit einer privaten Krankenversicherung vorzusorgen.

Über die Sinnhaftigkeit einer privaten Zusatzversicherung habe ich schon in einem anderen Blogartikel berichtet (hier kannst du gerne nachlesen), aber was kostet sie dich konkret?

Die meisten zögern ja mit dem Abschluss eines solchen Vertrages, weil sie denken, es sei schlichtweg unfinanzierbar. Damit wird das Thema oft hinausgeschoben und poppt dann in einem Alter wieder auf, wo es wirklich teuer wird.

Ich möchte dir im Folgenden Richtwerte geben, um den finanziellen Aufwand greifbarer zu machen.

Allgemeines

Wenn ich im Folgenden von „Vollschutz“ spreche, meine ich eine vollwertige Krankenversicherung, die auch bei Krankheiten leistet. Es gibt ja sehr viele abgespeckte Produkte am Markt, wie zB reine Unfall-Sonderklasse oder OP-Sonderklasse etc. Diese bieten nur eingeschränkte Deckungen und sind naturgemäß immer günstiger als die Vollvariante.

Die Tarife für Frauen und Männer wurden vor Jahren zu sog. „Unisex-Tarifen“ zusammengefasst, womit es prämienmäßig keinen Unterschied mehr zwischen den Geschlechtern gibt.

Ganz generell ist bei Sonderklassetarifen zwischen jenen mit Selbstbehalt und jenen ohne zu unterscheiden. Ebenso ist zu berücksichtigen ob du einen Österreich-Tarif anstrebst, in dem immer auch Wien (und damit das teuerste Bundesland in Österreich) inkludiert ist, oder einen reinen Bundeslandtarif (zB. Niederösterreich).

Der Einfachheit habe ich bei den folgenden Prämien einen Österreich-Tarif mit Selbstbehalt von rd. EUR 1.000,00 /Kalenderjahr kalkuliert.

Alle hier genannten Prämien sind vorbehaltlich und basieren auf einwandfreiem Gesundheitszustand der zu versichernden Person. Es sind ausdrücklich nur unverbindliche Richtwerte, jedes Offert muss selbstverständlich individuell auf dich zugeschnitten werden. Mittlerweile ist auch der Wohnsitz der zu versichernden Person entscheiden – ich habe mal Wohnsitz Wien angenommen (andere Bundesländer durchwegs günstiger, soweit dies im Tarif berücksichtigt wird).

 

Kinder (0-18/20 Jahre)

Für dein Kind kannst du mit rd. EUR 25-30,00 monatlich rechnen. Willst du gleich das ganze Package – also inkl. Arzthonorare (auch Alternativbehandlungen, Medikamente, …) – dann rechne mit insgesamt rd. EUR 60,00.

Wichtig zu wissen: Versicherungen machen bei Kindern keinen Unterschied ob sie noch Baby oder Teenager sind. Alle Anbieter am österreichischen Markt führen Kinder von 0-18 Jahren im sog. Kindertarif. Wenige Anbieter sogar bis 20 Jahre. D.h. die Prämie ist hier in jeder Altersstufe gleich.

Wird das Kind 18 (bzw. 20), stellt die Versicherung auf den Erwachsenen Tarif um.

Youngster (18-30 Jahre)

Sollte man den Schritt Richtung Zusatzversicherung noch nicht im Kindesalter getan haben, so ist jetzt die ideale Zeit. In diesem Alter sind die meisten jungen Menschen noch gesund und daher ist für dich mit keinen Schwierigkeiten bei der Annahme zu rechnen.

Ein 18-Jähriger hat mit einer Prämie von rd. EUR 75,00 noch weit weniger zu berappen als ein 25-Jähriger mit EUR 90,00 oder gar ein 30-Jähriger mit rd. EUR 100,00.

Middle-Ager (31-50 Jahre)

Erfahrungsgemäß kommen jetzt die Jahre, wo schon das ein oder andere Wehwehchen da ist. Das macht die private Zusatzversicherung entweder teurer oder lässt sie bestimmte Leistungen überhaupt ausschließen.

Ein gesunder 35-Jähriger muss mit rd. EUR 110,00 monatlich rechnen, während ein 40-Jähriger schon EUR 120,00 und ein 50-Jähriger gar EUR 160,00 bezahlt.

BestAger (50+ Jahre)

Ab jetzt wird der Neuabschluss einer Krankenversicherung – zugegeben – schon sehr schwer. Selbst wenn es finanziell stemmbar ist, so spielt der Gesundheitszustand dann doch eine solch grosse Rolle, dass eine uneingeschränkter Schutz nahezu nicht mehr möglich ist.

Denn die monatliche Prämie wird jetzt happig und schlägt sich bei einem 55-Jährigen mit mind. EUR 185,00 und bei einem 60-Jährigen mit EUR 220,00 mtl. zu Buche.

 

Conclusio

Die obigen Zahlen zeigen dir sehr deutlich, dass der frühe Vogel den Wurm fängt. Je länger man das Thema vor sich herschiebt, desto schwieriger wird es – hinsichtlich monatlicher Kosten als auch div. Krankheiten und Gebrechen die im Laufe eines Menschenlebens naturgemäß hinzukommen.

 

Noch ein Tipp zum Schluss: Nicht nur die Prämie ist entscheidend, auch das Wissen, wie leicht die Annahme beim einen oder anderen Versicherer in der Praxis ist, sollte entscheiden sein.

Melde dich gerne bei mir, wenn du jetzt (oder schon länger) daran denkst, eine private Krankenversicherung abzuschließen.  Dazu kannst du hier ein kostenloses Infogespräch mit mir buchen: https://www.bloch-versicherungen.at/gespraech-vereinbaren/

 

P.S.: Vergiß nicht – es gibt für alles eine Lösung!

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