Ein Versicherungsmakler kann dabei helfen, Risiken und bestehende Verträge zu prüfen, passende Angebote zu vergleichen und dich auch während der Vertragslaufzeit zu unterstützen. In Österreich zählen dazu gesetzlich unter anderem eine angemessene Risikoanalyse und ein Deckungskonzept, die Vermittlung des nach den Umständen bestmöglichen Versicherungsschutzes sowie Unterstützung vor und nach einem Schadenfall. Was im konkreten Fall geprüft wird und welche Versicherer oder Produkte einbezogen sind, hängt vom Auftrag und vom bekanntgegebenen Marktumfang ab.
Hier sind fünf Gründe, warum eine Beratung durch einen Versicherungsmakler für dich hilfreich sein kann – ohne das Versprechen, dass jede Beratung automatisch günstiger ist oder jeder Schaden bezahlt wird.
1. Die Beratung soll bei deiner Situation beginnen – nicht bei einem Produkt
Eine gute Beratung fragt zuerst: Was möchtest du absichern? Welche Risiken wären für dich oder deine Familie finanziell schwer zu tragen? Welche Verträge bestehen bereits?
Das klingt selbstverständlich, ist aber wichtig. Ein Versicherungsvertrag sollte zu deiner Lebenssituation passen – nicht umgekehrt. Ein Versicherungsmakler hat nach dem Maklergesetz eine angemessene Risikoanalyse und ein passendes Deckungskonzept zu erstellen. Das bedeutet nicht, möglichst viele Verträge abzuschließen. Es geht darum, den Bedarf zu klären und anschließend passende Möglichkeiten zu prüfen.
Dazu gehört auch, verständlich zu erklären, welche Risiken ein Vertrag abdeckt und wo Grenzen, Selbstbehalte oder Ausschlüsse liegen können. Die konkrete Leistung richtet sich immer nach den vereinbarten Bedingungen des jeweiligen Vertrags.
2. Du kannst Angebote mehrerer Versicherer vergleichen – mit klaren Grenzen
Ein Versicherungsmakler arbeitet nicht ausschließlich als Vertreter eines einzelnen Versicherungsunternehmens. Er kann daher Angebote verschiedener Versicherer in die Beratung einbeziehen. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu einer Vermittlung, die auf das Angebot eines bestimmten Versicherers beschränkt ist.
Wichtig ist aber die genaue Formulierung: Ein Vergleich bedeutet nicht automatisch, dass ausnahmslos jedes am Markt verfügbare Produkt berücksichtigt wird. Das Maklergesetz erlaubt aus sachlich gerechtfertigten Gründen eine Beschränkung auf bestimmte Märkte oder Versicherungsprodukte – der Kunde muss darüber ausdrücklich informiert werden. Frag deshalb nach, welche Versicherer und Produkte tatsächlich in den Vergleich einbezogen werden.
Ein Vergleichsportal kann für eine erste Orientierung bei Preisen nützlich sein. Die angezeigten Ergebnisse bilden aber nur den Umfang des jeweiligen Portals und die eingegebenen Daten ab. Vor einer Entscheidung lohnt sich daher ein Blick auf die Leistungen, Bedingungen und Ausschlüsse – nicht nur auf die Prämie.
3. Fachwissen hilft, Bedingungen und Unterschiede einzuordnen
Versicherungsbedingungen können umfangreich und schwer vergleichbar sein. Fachwissen hilft dabei, die Unterschiede zwischen Angeboten verständlich zu erklären und offene Fragen zu erkennen.
Die Versicherungsvermittlung in der Form „Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten“ ist in Österreich ein reglementiertes Gewerbe. Für die Ausübung ist eine entsprechende Befähigung erforderlich; ein zentraler Weg dorthin ist die Befähigungsprüfung. Die genauen Zugangsvoraussetzungen sind in der einschlägigen Zugangsverordnung geregelt.
Eine formale Qualifikation ersetzt keine sorgfältige Beratung im Einzelfall. Umgekehrt sollte eine gute Beratung Fachbegriffe nicht einfach voraussetzen: Sie sollte dir die Unterschiede so erklären, dass du selbst nachvollziehen kannst, worüber du entscheidest.
4. Ein VersicherungsCheck kann Doppelgleisigkeiten und Sparpotenzial sichtbar machen
Im Laufe der Jahre kommen oft mehrere Verträge zusammen. Nach einem Umzug, einer Haushaltszusammenlegung oder einer Veränderung in der Familie kann es sinnvoll sein, zu prüfen, ob die Polizzen noch zur aktuellen Situation passen. Dabei können auch mögliche Doppelversicherungen oder veraltete Angaben auffallen.
Ein gründlicher Vergleich schaut nicht nur auf die Prämie. Relevant sind auch Versicherungssummen, Selbstbehalte, versicherte Risiken, Ausschlüsse und die übrigen Vertragsbedingungen. Ein niedriger Preis allein sagt noch nicht, ob ein Angebot für dich geeignet ist.
Eine Überprüfung kann Einsparungen ergeben – sie kann aber auch zeigen, dass ein bestehender Vertrag weiterhin passt oder dass bessere Leistungen etwas mehr kosten. Eine konkrete Ersparnis lässt sich nicht pauschal versprechen. Entscheidend ist, was sich für deine Situation im Vergleich tatsächlich ändert.
5. Eine Ansprechperson kann die laufende Betreuung vereinfachen
Wenn du mehrere Verträge über einen Versicherungsmakler betreuen lässt, kann eine Ansprechperson bei Änderungen und Fragen vieles bündeln. Ein Umzug, eine Namensänderung, ein neues Fahrzeug oder eine veränderte familiäre Situation können Anlass sein, die betroffenen Verträge zu prüfen.
Auch nach einem Schaden kann Unterstützung hilfreich sein. Das Maklergesetz nennt ausdrücklich die Unterstützung bei der Abwicklung des Versicherungsverhältnisses vor und nach Eintritt des Versicherungsfalls – einschließlich wesentlicher Fristen. Das ist keine Garantie für eine bestimmte Versicherungsleistung: Ob und in welchem Umfang ein Schaden gedeckt ist, richtet sich nach dem konkreten Vertrag und dem Sachverhalt.
Wie umfassend die laufende Betreuung ist, solltest du vorab besprechen. Kläre, welche Verträge erfasst sind, welche Leistungen dazugehören und wie die Vergütung geregelt ist.
Versicherungsmakler, Versicherungsagent oder Mehrfachagent: Was ist der Unterschied?
Die Berufsbezeichnung sagt etwas darüber aus, in welcher Form die Vermittlung erfolgt – sie ist aber kein Ersatz für ein Gespräch über Beratung, Marktumfang und Betreuung.
- Versicherungsagent:innen vermitteln im Auftrag eines oder mehrerer Versicherungsunternehmen, mit denen sie vertraglich verbunden sind. Sie müssen ihre Rolle offenlegen und Kunden beraten.
- Mehrfachagent:innen arbeiten mit mehreren Versicherungsunternehmen zusammen. Das heißt nicht automatisch, dass sie den gesamten Versicherungsmarkt vergleichen; maßgeblich sind ihre konkreten Agenturverhältnisse und die einbezogenen Produkte.
- Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten beraten in der Form des Maklergeschäfts. Für sie gelten die besonderen Pflichten des Maklergesetzes, darunter Risikoanalyse, Deckungskonzept und Unterstützung bei der Vertrags- und Schadenabwicklung.
Keine dieser Bezeichnungen allein beantwortet alle Fragen, die für dich wichtig sind. Frag im Beratungsgespräch zum Beispiel:
- In welcher Form bist du tätig – als Versicherungsmakler oder als Versicherungsagent?
- Welche Versicherer und Produkte werden in meinem Fall verglichen?
- Wie wirst du für die Beratung und Vermittlung vergütet? Gibt es zusätzliche Kosten?
- Welche Unterstützung ist nach Vertragsabschluss und im Schadenfall vereinbart?
- Welche Vor- und Nachteile hätte eine Änderung meiner bestehenden Verträge?
Lohnt sich ein Versicherungsmakler immer?
Nicht zwingend. Vielleicht möchtest du eine einzelne Frage klären, vielleicht brauchst du einen umfassenden Überblick oder laufende Unterstützung. Welche Form der Beratung sinnvoll ist, hängt von deiner Situation und deinen Erwartungen ab.
Wichtig ist, dass du vorab verstehst, wer dich berät, welche Anbieter berücksichtigt werden, welche Leistungen vereinbart sind und welche Kosten anfallen können. Eine gute Beratung sollte dir eine nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage geben – sie nimmt dir die Entscheidung nicht ab.
Wenn du deinen Versicherungsstatus prüfen lassen möchtest, kannst du mit einem unverbindlichen Kennenlerngespräch beginnen. Bloch Versicherungen bietet Beratung österreichweit auch per Telefon oder Videokonferenz an; die aktuelle Angebotsseite beschreibt außerdem ein kostenloses, rund 15-minütiges Erstgespräch. Kläre vor einer ausführlichen Beratung, was genau geprüft wird und welche Kosten dafür anfallen.
Häufige Fragen zum Versicherungsmakler
Muss ein Versicherungsmakler immer alle Versicherer vergleichen?
Nein. Das Maklergesetz sieht vor, dass eine Beschränkung auf bestimmte Märkte oder Versicherungsprodukte aus sachlich gerechtfertigten Gründen möglich ist. Darüber muss die Kundin oder der Kunde ausdrücklich informiert werden. Frag am besten konkret nach, welche Anbieter und Produkte berücksichtigt werden.
Ist eine Versicherung über einen Versicherungsmakler automatisch günstiger?
Nein. Eine Beratung kann mögliche Sparpotenziale aufzeigen, garantiert aber keine niedrigere Prämie. Vergleiche immer auch die Leistungen und Vertragsbedingungen.
Hilft ein Versicherungsmakler im Schadenfall?
Das Maklergesetz sieht Unterstützung bei der Abwicklung des Versicherungsverhältnisses vor und nach einem Schadenfall vor, einschließlich wichtiger Fristen. Ob der Versicherer leisten muss und in welcher Höhe, hängt vom Vertrag und vom konkreten Schaden ab.
Was sollte ich vor einer Zusammenarbeit klären?
Kläre die Vermittlerrolle, den Umfang des Marktvergleichs, die Betreuung nach Vertragsabschluss und die Vergütung. Lass dir außerdem erklären, welche Leistungen ein Angebot enthält und welche Grenzen gelten.





