Immer mehr Menschen besitzen elektrische Fortbewegungsmittel wie E-Bikes, E-Scooter, Segways, etc. Die wenigsten wissen aber was bei deren Benutzung zu beachten ist und ob man diese versichern kann/muß.

Genau diese Frage beantworte ich im heutigen Blog. Die Angaben beziehen sich ausschließlich auf Österreich. Leider sind die Bestimmungen in anderen Ländern zum Teil gänzlich anders.

 

E-Bikes/Pedelecs

Mittlerweile ist jedes 3. Fahrrad das in Österreich gekauft wird ein E-Bike. Es unterscheidet sich von einem herkömmlichen Fahrrad darin, dass es einen aufladbaren Akku besitzt.

Pedelecs sind wiederum E-Bikes, deren Elektromotor sich erst dann automatisch einschaltet, wenn man in die Pedale tritt.

Wesentlich zu wissen ist, dass lt. österreichischem Kraftfahrgesetz

  • Elektrisch angetriebene Fahrräder nicht als Kraftfahrzeuge, sondern als Fahrräder im Sinne der StVO gelten
  • Wenn sie mit einer max. Leistung von 600 Watt und einer max. Bauartgeschwindigkeit von 25 km/h ausgestattet sind.

Versicherungstechnisch wird es spätestens jetzt haarig: Viele E-Bikes fahren weitaus schneller als die hier genannten 25 km/h und die herkömmliche Privathaftpflichtversicherung steigt damit aus der Deckung aus. Das bedeutet, dass ein derartig herbeigeführtet Schadensfall zu 100% aus dem Privatvermögen zu begleichen ist.

Was viele auch nicht wissen: Wird einer der genannten Werte überschritten, gilt das Fahrrad nicht mehr als solches sondern als Moped. Mit allen damit verbundenen Auflagen (zB Zulassungs- und Helmpflicht).

Die Ausrüstungsvorschriften für ein E-Bike gelten wie für herkömmliche Fahrräder auch (Reflektoren, Lichter, Klingel, …). Auch die Promillegrenze von 0,8 gilt für E-Bike-Fahrer ident.

Im Detail kannst du das hier nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Fahrradverordnung

 

Kleinroller

Haben einen Reifendurchmesser bis 300 mm, alles darüber gilt der Scooter als E-Sooter. Rechtlich ist er einem normalen E-Scooter gleichgestellt.

 

E-Scooter

Sind ausgestattet mit Elektromotoren und sind unabhängig von Pedalen. Rechtlich sind sie Pedelecs gleichgestellt.

Es gibt hier auch bezüglich des Mindestalters keine Unterscheidung zum Fahrrad.

  • Mit Radausweis 10 Jahre
  • Ohne Aufsichtsperson 12 Jahre

Außerdem müssen sie auf Straßen oder Radwegen fahren, keinesfalls aber am Gehsteig.

Eine große Gefahr birgt die Tatsache, dass in Deutschland E-Scooter als Mofas gelten. Heißt im Klartext: Versicherungs-, Kennzeichen- und Helmpflicht. Und man darf erst ab 15 Jahren damit fahren. Österreicher auf einem E-Scooter haben somit nach der Staatsgrenze keinen Versicherungsschutz, da ihr Vehikel in Deutschland als KFZ gewertet wird.

 

Segways

Sind mehrspurige Fahrräder wenn sie max. 600 Watt und max. 25 km/h aufweisen.

Segways die breiter als 80 cm sind, müssen sie auf der Straße fahren, da sie dann nicht mehr auf dem Fahrradweg erlaubt sind.

 

Sind E-Bikes besonders riskant?

Fakt ist, dass heute Menschen mithilfe von E-Bikes fast überall hingelangen können. Das bedeutet gleichzeitig, dass völlig untrainierte und auch ältere Personen in den Bergen unterwegs sind wohin sie mit eigener Muskelkraft niemals gelangt wären.

Circa jeder dritte der 2019 getöteten 32 Fahrradfahrer war ein E-Biker. Und nahezu alle davon waren über 60 Jahre alt. (Zahlen: BMI)

Diese Zahlen zeigen, dass für Ältere der Preis der Freiheit mitunter ein höheres Unfallrisikoko mit sich birgt.

 

Macht eine eigene E-Bike Versicherung Sinn?

Wenn du dein E-Bike stets bei dir zu Hause (Keller, Fahrradabstellraum, etc.) gesichert abstellst, ist ein Diebstahl in guten Haushaltversicherungen inkludiert. Wesentlich ist jedoch: bis zu welcher Summe? Hier kann es schon mal eng werden.

Eine E-Bike Versicherung bietet dir hier besseren Schutz. Es gibt mittlerweile eigene Produkte über die man Akkuschutz genießt. Auch kann man die Verschleißteile mitversichern.

Wie in allen Bereichen stellt sich auch hier die Frage was dir der Schutz wert ist.

Fast noch wichtiger stellt sich jedoch die Frage nach dem Schutz aus einer Haftpflichtversicherung. Hier solltest du unbedingt mit deiner Haushaltversicherung Rücksprache halten und dir bestätigen lassen, dass dein elektrischer, fahrbarer Untersatz auch tatsächlich mitversichert ist. Im schlimmsten Fall hast du eine geringe Mehrprämie, bist dafür aber ein sorgenfreier E-Bike-Besitzer.