Zahlschein ausfüllen und fertig?

Wie jedes Jahr zu Schulbeginn werden wieder viele Eltern von Kindergarten- und Volksschulkindern mit verlockend billigen Angeboten mit einer sehr wichtigen Vorsorgefrage konfrontiert. Mit Prospektfoldern die in den Schulen und Kindergärten aufliegen, wird angeregt eine Unfallversicherung für sein(e) Kind(er) abzuschließen. Damit soll die finanzielle Lücke zwischen der äußerst bescheidenen gesetzlichen Leistung bei einem schweren Unfall des Kindes durch einen privaten Versicherungsvertrag geschlossen werden.

Es wird uns dabei ja auch sehr leicht gemacht: Nicht nur sündhaft billig, um eine Prämie von teils weniger als zehn Euro für ein ganzes Ausbildungsjahr, sondern auch noch sehr einfach abzuschließen. Ohne Unterschrift genügt es den Zahlschein um Namen und Geburtsdatum des Kindes zu ergänzen und zur Einzahlung zu bringen. Und kein Zweifel. Im Verhältnis zu den Kosten werden sehr adäquate Leistungen im Schadensfall erbracht und seine Sprösslinge auf diese Art zu schützen ist besser, als sich nur auf den Gesetzgeber zu verlassen. Doch einfach und billig ist weit weg von maßgeschneidert.

Im Ernstfall wird sich daraus der langfristige Kapitalbedarf für ein schwer verunfalltes Kind nicht einmal annähernd decken lassen.

Kann ich mich auf die gesetzliche Unfallversicherung nicht verlassen?

Ab dem letzten, verpflichtenden Kindergartenjahr besteht zwar grundsätzlich ein gesetzlicher Unfallversicherungsschutz für Kinder. Davor besteht aber kein Schutz. Und Leistungen aus dieser Versicherung werden nur erbracht, wenn sich der Unfall in unmittelbaren Zusammenhang mit der Ausbildung ereignet hat. Also beispielsweise auf dem direkten Schulweg, in der Schule oder während eines Schulschikurses. Rund 80 Prozent aller Unfälle passieren jedoch in der Freizeit und sind somit von der gesetzlichen Unfallversicherung gänzlich ungedeckt.

Generell würde die gesetzliche Unfallversicherung auch nicht ansatzweise die hohen Einmalkosten decken, falls ein Kind beispielsweise an einen Rollstuhl gebunden bleibt. Hier sind auch die nach oben sehr limitierten Versicherungsleistungen aus den „beratungsfreien Kinderunfall-Folderprodukten“ meist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

  • Eine Immobilie barrierefrei umzubauen
  • eventuell sogar durch nachträglichen Einbau eines Personenlifts
  • behindertengerechte Fahrzeuge für jetzt und auch für die eigene Mobilität im Erwachsenenalter
  • hochwertige Heilbehelfe

All diese Investitionen verursachen immense Kosten in Höhe von mehreren hunderttausenden Euro.

Unfallbedingte Erwerbsunfähigkeit für Kinder besonders fatal

Drastisch schlechter gegenüber Erwachsenen sind Kinder nach einem schweren Unfall mit Dauerfolgen punkto laufenden Einkünften aus der gesetzlichen Sozialversicherung gestellt. Während Erwerbstätige in der Regel auf eine Berufsunfähigkeitsrente zählen dürfen ist diese Leistung für Kinder – sie haben ja noch keine entsprechenden Vordienstzeiten – nicht möglich. Aufgrund der Einkommensanrechnung der Eltern ist meist auch die alternative Geldquelle in Form der bedarfsorientierten Mindestsicherung nicht verfügbar. In der Regel müssen daher, neben der Betreuung und Pflege des Kindes, die Eltern auch die finanziellen Belastungen alleine stemmen.

Obwohl für Kinder noch deutlich wichtiger als für Erwachsene ist in vielen privaten Unfallversicherungsprodukten keine monatliche Rentenleistung als Einkommensersatz versichert. Dabei hat ein derartig dringlicher Existenzschutz sogar ein exzellentes Preis/Leistungsverhältnis. Die Leistung erfolgt in der Regel ab einem dauerhaften Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent. Bei 85jähriger Restlebenserwartung dieses Kindes würde aus der vereinbarten Unfallrente in Höhe von 1.500 € pro Monat eine Gesamtleistung von 1,530.000 € als Einkommensersatz erbracht werden.

Was eine Unfallversicherung für Kinder unbedingt beinhalten sollte

Sie sollte neben flexiblen Erweiterungsbausteinen zwei ganz wesentliche existenzbedrohliche Risiken abdecken:

  • Ausreichende Einmalleistung bei dauerhafter Invalidität (für die dann anstehenden Investitionen etc.)
  • Monatliche, lebenslange Rente (als Ausgleich für geringes oder gar kein Erwerbs- bzw. Alterspensionseinkommen)

Die optimale Höhe dieser Versicherungsleistungen und die Wahl etwaiger zusätzlicher Vertragsbausteine lässt sich nur individuell aufgrund der persönlichen Wohn-, Familien- und Einkommenssituation festlegen.

Conclusio

Lass die in den nächsten Tagen wieder herumflatternden Billigangebote für Kinderunfallversicherungen an dir vorbeiziehen.

Eine ordentliche Kinderunfallversicherung kostet nicht mehr als ein Abendessen im Restaurant. Damit hast du deine Schätze allerdings ordentlich abgesichert und mußt dir im Fall des Falles nichts vorwerfen.

Sehr gerne überprüfen wir auch deine bestehenden Unfallversicherungsverträge, ob die Leistungen für deine Kinder ausreichen. Selbstverständlich stehen wir für alle sonstigen Fragen zum Thema Unfallversicherung zur Verfügung.

 

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