Es ist ein großes Ärgernis und jeder von uns war wohl schon in der Situation: Wenn die gesetzliche Krankenkasse etwas nicht bezahlt von dem man vorausgesetzt hat, dass es übernommen wird. Dies kann ein Medikament, ein Heilbehelf (zB eine Brille) oder auch eine teure Behandlung gewesen sein.

Ganz generell bezahlen unsere Krankenversicherungsträger Kosten für Gesundheitsleistungen, wenn diese zweckmäßig und notwendig sind. Bei manchen Untersuchungen bzw. Medikamenten kann zudem eine chefärztliche Bewilligung erforderlich sein. Hier beurteilt ein (dem Patienten meist fremder) Chefarzt über die medizinische Notwendigkeit.

Ich habe hier – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – zusammengefasst, welche Leistungen hierzulande selbst zu übernehmen sind und welche hingegen von deiner Sozialversicherung bezahlt werden. Aufgrund der in Österreich unterschiedlichen Krankenkassen, mit wiederum jeweils unterschiedlichen Leistungsumfängen, ist hier nur ein grober Überblick möglich.

1.) Beim niedergelassenen Arzt

Hier gilt: Dein Besuch beim „Kassen- oder Vertragsarzt“ ist über die gesetzliche Versicherung gedeckt. Die Abrechnung erfolgt direkt zwischen Arzt und Krankenversicherungsträger und du hast als Patient in der Kassenordination somit nichts zu bezahlen. Manche Sozialversicherungsträger heben für ärztliche Hilfe allerdings einen Selbstbehalt von ihren Versicherten ein.

Wahlärzte hingegen können Ihre Honorare frei bestimmen und sind somit an keine Tarife gebunden. Du bezahlst als Patient das Honorar direkt in der Ordination und erhältst einen Teil dieser Kosten vom Krankenversicherungsträger zurück. Das sind dann immer 80% des Betrages, den dein Krankenversicherungsträger einem Vertragsarzt in diesem Fall zahlen würde. 20% werden für den erhöhten Verwaltungsaufwand im Vergleich zum Kassenarzt abgezogen.

Bei unserem Kinderarzt sind das immer zwischen 6 und 10,00 EUR für die Honorarrechnung. 😳

Honorare von Privatärzten wiederum unterliegen keinerlei Kostenrückerstattung. Oft sind dies Ärzte die einen Kassenvertrag haben und noch zusätzlich als „Privatärzte“ ordinieren. Oder die Honorarnoten werden nicht im Sinne der Krankenkassenleistungen aufgeschlüsselt. Du musst als Patient über derartige Privathonorare natürlich vorab ausdrücklich informiert werden.

Oft sind hier auch kosmetische Behandlungen umfasst.

Auch komplementärmedizinische Behandlungen wie zB TCM, Akupunktur oder Homöopathie werden auf dieser Basis angeboten. Derartige Kosten werden von der gesetzlichen Krankenversicherung ebenfalls nicht übernommen.

Ebenso sind ärztliche Leistungen die keine Krankenbehandlung darstellen sind immer privat zu bezahlen, zB:

  • Atteste für private Versicherungen, Dienstgeber, …
  • (Reise-)Impfungen
  • Führerscheinuntersuchungen
  • Patientenverfügungen

2.) Medikamente

Verschreibungspflichtige Medikamente werden – mit Ausnahme der Rezeptgebühr – in Österreich von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Manche Arzneien werden nur dann bezahlt, wenn diese zuvor chefärztlich bewilligt wurden.

Sämtliche alternativmedizinische Substanzen wie zB homöpathische Arzneien, TCM-Kräuter, etc. sind stets vom Leistungsspektrum der Sozialversicherungsträger ausgenommen.

Zu beobachten ist weiters, dass es immer mehr Arzneien gibt, die die Kasse heute nicht mehr bezahlen und die der Patient somit selbst zu übernehmen hat. Sehr schmerzlich ist das bei besonders teuren Medikamenten, die bei schweren Erkrankungen den Betroffenen verwehrt werden.

3.) Im Spital 

Bei einem Spitalsaufenthalt hat man als Kassenpatient weder Mitsprache beim behandelnden Arzt, dem aufnehmenden Spital sowie der Behandlungsmethode.

Die Kosten für die Unterbringung im Mehrbettzimmer übernimmt der Krankenversicherungsträger. Allerdings muß man eine sog. Verpflegungspauschale pro Tag (für max. 28 Tage pro Jahr) bezahlen.

4.) Zahnbehandlungen

Auch in diesem Bereich ist entscheidend, bei welchem Krankenversicherungsträger man versichert ist.

Konservierende und chirurgische Behandlungen sind über die Kassen zwar gedeckt. Jedoch werden Füllungen aus Kunststoff  aus kosmetischen Gründen nicht bezahlt.

Zahnspangen werden auf Kassa nur ab einem bestimmten Schweregrad übernommen. Wie beispielsweise die ÖGK damit verfährt, kannst du hier nachlesen: Zahnspangen_auf_Kassa

 

Conclusio

Auch wenn wir in Österreich ein sehr gutes öffentliches Gesundheitssystem haben (im Vergleich zu vielen anderen Ländern), so hat uns nicht zuletzt die Pandemie doch sehr stark vor Augen geführt wie unterschiedlich man als Kassen- oder Privatpatient behandelt wird. Während es für zusatzversicherte Personen auch während der Lockdowns nahezu keine Einschränkung hinsichtlich Operationen etc. gab, mussten Kassenpatienten ihre bereits fixierten OP-Termin auf unbestimmte Zeit nach hinten verlegen lassen.

Es bleibt zu befürchten, dass das öffentliche Gesundheitssystem aufgrund der immer höheren Kostenbelastung in Zukunft immer weiter ausgedünnt wird.

Bereits vor Corona gab es schließlich im öffentlichen Gesundheitssystem unzumutbare Wartezeiten.

Was man dagegen tun kann? Privat krankenversichern.

Wenn du dazu mehr wissen willst, mach ein unverbindliches Info-Gespräch mit mir aus:

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P.S.: Vergiß nicht – es gibt für alles eine Lösung!

 

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