In den eigenen vier Wänden gibt es oftmals viel mehr Gefahrenstellen für Kinder, als Eltern vermuten. Aufgrund des neuerlichen Lockdowns und das durch Corona ohnehin schon schwer belastete Gesundheitssystem ist es wohl für jedermann derzeit eine Alptraumvorstellung wegen eines Unfalls kurzfristig ins Spital zu müssen – noch mehr als sonst. Schon gar nicht mit Kind.

Wie du das Unfallrisiko für deine Kids – auch in der Zeit nach Corona – minimieren kannst, haben wir hier zusammengefasst.

Fast drei Viertel aller Kinderunfälle passieren daheim!

Nach Angaben des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) ereignen sich fast drei Viertel aller Kinderunfälle in den eigenen vier Wänden. Besonders für Säuglinge und Kleinkinder lauern zu Hause zahlreiche Unfallgefahren.

Die meisten Unfallrisiken für Kinder lauern in der Wohnung, und hier vor allem (wenig überraschend)

  • in Küche
  • im Bad
  • im Kinderzimmer

Viele davon sind jedoch vermeidbar.

Das kannst du tun gegen Stürze & Stolperfallen

  • Du solltest beim Wickeln immer eine Hand auf deinem Kind halten.
  • Heiße Getränke wie Kaffee oder Tee sowie warme Mahlzeiten solltest du außer Reichweite eines Kleinkindes zu stellen, um Verbrühungen durch ein versehentliches Umkippen der Tasse oder des Tellers zu vermeiden.
  • Tischdecken bergen ebenfalls ein unnötig hohes Unfallrisiko, da kleine Kinder oftmals daran ziehen, und dadurch Dinge, die auf dem Tisch stehen, auf sie fallen könnten.
  • Babys und Kleinkinder sollten zudem niemals ohne Aufsicht in der Badewanne sitzen gelassen werden, denn kleine Kinder können selbst bei einer geringen Wassertiefe von rund zehn bis 30 Zentimetern ihren Kopf nicht eigenständig aus dem Wasser heben und dadurch ertrinken.
  • Gefährliche Stürze können unter anderem durch Treppenschutzgitter an Treppen, spezielle Sicherheitsriegel an Fenstern sowie Schutzgitter an Etagenbetten verhindert werden.
  • Stolperfallen wie lose am Boden herumliegende Kabel solltest du am besten aus dem Weg räumen.
  • Regale und/oder Schränke, an denen sich Kinder hochziehen und diese leicht zum Umfallen bringen könnten, bitte an der Wand oder am Boden verankern.
  • Eine Verletzungsgefahr bergen außerdem Möbel mit spitzen Ecken und Kanten.
  • Aber auch Türen ohne Klemmschutz sowie kleine Zwischenräume bei Möbeln bergen die Gefahr, dass sich Kinder die Finger einklemmen.

Gefährliche Lampen im Kinderzimmer

  • Offenes Feuer wie zum Beispiel brennende Kerzen zählen zu den häufigsten Brandauslösern. Daher gilt es in der Umgebung von Kindern, Zündquellen zu vermeiden, das heißt => offenes Kerzenlicht hat in einem Kinderzimmer nichts verloren.
  • Auch Halogenleuchten können als Nachttisch- oder Kinderschreibtischlampe zur Brandgefahr werden. Sie erreichen eine Oberflächentemperatur von bis zu 400 Grad Celsius und können brennbare Materialien wie Papier oder Stoffe in Brand setzen. Auch Verbrennungen des Kindes, wenn es mit der Lampe in Kontakt kommt.
  • Laut Experten haben sichere Lampen für Kinderzimmer nicht mehr als 24 Volt.

Kleine Dinge mit dramatischen Auswirkungen

  • Um Vergiftungen oder ein Ersticken zu vermeiden, haben verschluckbare Kleingegenstände wie Knöpfe, Heftklammern, Ringe, Münzen, Erbsen, Nüsse, aber auch giftige Pflanzen, Medikamente, Zigaretten, Alkohol und Putzmittel nichts in der Reichweite von Kleinkindern zu suchen.
  • Ein hohes Erstickungsrisiko stellen zudem herumliegende Plastikeinkaufstaschen, die ein Kind über den Kopf stülpen könnte, dar.
  • Auch Kabeln, herunterhängende Schnüre, beispielsweise an Vorhängen oder Rollos, können für ein Kind schnell zur Strangulationsfalle werden und sind daher zu vermeiden.
  • Schutz vor teils tödlichen Stromunfällen bieten Kindersicherungen in jeder Steckdose und das Wegräumen von elektrischen Geräten.
  • Küchengeräte wie Toaster, Mixer, Rührgeräte, Fritteuse, Wasserkocher und Kaffeemaschinen sind umgehend nach Gebrauch am besten so aufzubewahren, dass ein kleines Kind nicht versehentlich ein solches Gerät einschalten und sich daran verletzen oder verbrennen kann.

 

Leicht umsetzbare Schutzmaßnahmen für dein Zuhause

Was kannst du nun vorbeugend tun bzw. bereitstellen, damit es gar nicht erst zu einem Unfall kommt?

  • In allen Haushalten gehören neben einem Feuerlöscher auch Rauchwarnmelder zu den bedeutendsten Schutzmaßnahmen. Rauchwarnmelder müssen laut Richtlinien des österreichischen Instituts für Bautechnik in allen Aufenthaltsräumen sowie in Gängen – mit Ausnahme der Küche – installiert werden. Kommt es zu einem Brand, warnt der Rauchmelder frühzeitig mit einem schrillen Alarmton und verschafft damit den Erwachsenen wichtige Zeit, Kinder aus der Gefahrenzone zu retten und die Feuerwehr zu rufen.
  • Um Verletzungen bei Kindern vorzubeugen, sollten auch gefährliche Dinge wie scharfe Messer, Scheren, lange Fleischgabeln oder Fleischklopfer nach dem Gebrauch für Kinder unerreichbar, zum Beispiel in eine gesicherte Schublade weggeräumt werden.
  • Ein hohes Unfallrisiko birgt auch der Küchenherd, daher sollten die Herdplatten mit einem Herdschutzgitter gegen das Herunterziehen der Töpfe gesichert werden. Griffe und Stiele der beim Kochen verwendeten Töpfe und Pfannen sollten zudem nach hinten gedreht werden, damit kleine Kinder nicht daran ziehen können.

Noch mehr Tipps findest du hier

Weitere Expertentipps, Checklisten, Broschüren und Filme, wie sich Kinderunfälle vermeiden lassen, enthalten die KFV-Webportale www.visionzero.at und www.bewusst-sicher-zuhause.at sowie der Webauftritt der deutschen Bundesarbeits-Gemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. Spezielle Erste-Hilfe-Tipps für den Fall, dass sich ein Kind verletzt, enthält das Gesundheitsportal des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen (www.gesundheit.gv.at).

Conclusio

Trotz aller Vorsicht kann es immer – egal ob im oder außer Haus – zu einem Unfall kommen und das betreffende Kind sollte dann zumindest finanziell abgesichert sein. Eine private Vorsorge ist dazu besonders wichtig, da die gesetzliche Unfall-, Kranken- und Pensionsversicherung bei schweren Unfallfolgen wie einer dauerhaften Invalidität den künftigen Lebensunterhalt nicht ausreichend absichert. Eine gesetzliche Unfallversicherung leistet bei Kindern zudem in der Regel nur bei Unfällen, die im Zusammenhang mit dem Schul– oder Kindergartenbesuch (und selbst hier nur im letzten Jahr vor der Schulpflicht!) stehen.

Die meisten Unglücke – rd. 75% – ereignen sich jedoch in der Freizeit und da besteht kein gesetzlicher Unfallschutz. Im Gegensatz dazu bietet eine private Unfallversicherung weltweit und rund um die Uhr Versicherungsschutz. Außerdem ist die Höhe der Kapitalsumme oder/und Rentenleistung, die im Invaliditätsfall vom Versicherer gezahlt werden, in einer solchen privaten Versicherungspolizze individuell wählbar.

In diesem Sinne – pass auf dich und deine Familie auf. Und bleibt gesund! 🙂

 

P.S.: Und nicht vergessen – es gibt für alles eine Lösung.

 

Das könnte dich auch interessieren:

Sind Kinderunfallversicherungen sinnvoll?

Diese Versicherungen braucht dein Kind

E-Bikes, Segways & E-Scooter – was solltest du wissen?