Kannst du dich noch an die IKEA-Werbung vor einiger Zeit erinnern? Da waren auf einem Klein(st)wagen Unmengen an Kartons und Möbel aufgetürmt.

Wenn man sich um diese Jahreszeit auf den Straßen umsieht, ähnelt sich das Bild bei manchen Christbaum Heimtransporten. Da schlackert am Dach ein mehr schlecht als recht montierter Baum im Fahrtwind und du hoffst als Hinterherfahrender nur, das Ding geht nicht nach hinten los.

Weil das alles auch versicherungsrechtlich nicht ganz uninteressant ist, hier die wichtigsten 5 Tipps zusammengefasst:

Wie groß darf der Baum maximal sein?

Tipp #1: Schon bei der Auswahl des Christbaumes solltest du daran denken, wie du ihn unbeschadet und gefahrlos nach Hause transportierst. Wenn du das gute Stück mit dem Auto befördern willst, solltest du also eine maximale Größe vorab definieren.

Jeder, der seinen Weihnachtsbaum nämlich mit dem Auto nach Hause fahren will, muss beim Transport die rechtlichen Vorgaben wie der Straßenverkehrsordnung (StVO), des Kraftfahrgesetzes (KFG) und der Kraftfahrgesetz-Durchführungsverordnung (KDV) einhalten.

Anderenfalls drohen Geldstrafen.

Am einfachsten und sichersten ist jedenfalls die Beförderung, wenn der Baum so klein ist, dass er ins Wageninnere passt.

Der Baum im Auto

Egal, ob du deinen „grünen Kurzzeitfreund“ im Kofferraum, auf der Rücksitzbank oder auf dem umgelegten Beifahrersitz transportierst, der Baum darf auch im Inneren des Autos niemanden gefährden.

Gemäß § 101 KFG und § 61 StVO ist deine Ladung so zu sichern, dass „der sichere Betrieb des Fahrzeuges nicht beeinträchtigt“ und „niemand gefährdet, behindert oder belästigt und die Straße weder beschädigt noch verunreinigt wird“. Der Baum sollte auch bei einem Bremsmanöver nicht umherrollen, umfallen oder aus dem Pkw rutschen können.

Tipp #2: Eine im Fahrzeuginneren ausgelegte Folie oder Wolldecke schützt dein Auto vor Schmutz und abgefallenen Tannennadeln auf den Sitzpolstern, im Kofferraum und dem sonstigen Interieur.

So weit, so gut. Was aber, wenn der Baum zu lang ist?

Der Baumtransport mit geöffnetem Kofferraum

Wer einen größeren Baum hat, kann diesen mit geöffnetem Kofferraum transportieren und einen Teil des Baumes nach hinten aus dem Auto ragen lassen. Doch auch hier muss die Ladung rutschsicher verstaut sein und darf zudem nicht die Straße berühren.

Ragt der Baum mehr als einen Meter über das Fahrzeugende hinaus, muss laut StVO das Ladungsende mit einem speziellen Schild gekennzeichnet sein: Tafeln und Symbole auf Fahrzeugen/WKÖ

Der Baum am Autodach

Tipp #3: Wer den Baum auf dem Autodach transportieren möchte, sollte einen zugelassenen Dachträger verwenden. Zur vorgeschriebenen rutschfesten Fixierung des Baums auf dem Dach kannst du reißfeste Spanngurte verwenden – aus Sicherheitsgründen besser keine elastischen Expander oder Gummibänder.

Tipp #4: Damit der Baum – sofern er nicht komplett im Autoinneren transportiert wird – möglichst unbeschadet ankommt, empfiehlt es sich, ihn so zu befestigen, dass die Baumspitze nach hinten zeigt. Anderenfalls könnte sich der Fahrtwind in den Ästen verfangen und Zweige abreißen.

Tipp #5: Ich kann dir nur raten – wenn du solch einen großen Baum ergattert hast, transportiere ihn lieber bei Tageslicht nach Hause. Andernfalls kommen noch weitere Auflagen auf dich zu. Bei Dämmerung oder Dunkelheit müssen nämlich die äußersten Punkte der Ladung mit je einer Leuchte und einem Rückstrahler versehen sein.

Unabhängig von der Beförderungsart gilt: Es dürfen der Baum beziehungsweise herunterhängende Zweige weder die Sicht des Fahrers nach vorn und zu den Seitenspiegeln beeinträchtigen. Ebenso nicht die Blinker, das Kennzeichen und die Kfz-Rücklichter verdecken.

Baumbeförderung mit Anhänger oder als Langgutfuhre

Wird zum Baumtransport ein Anhänger verwendet, muss auch hier der Baum gegen das Verrutschen auf der Ladefläche gesichert werden. Ragt der Baum nach hinten über den Anhänger, gelten die gleichen Vorschriften hinsichtlich der Längenbeschränkung und der Kennzeichnung mit einem roten Warnschild oder roten Lampe wie beim Transport mit dem Auto, wenn die Ladung aus dem geöffneten Kofferraum steht.

Ein Pkw mit Anhänger wird laut § 2 KFG zur Langgutfuhre, wenn die Länge des Ladungsteils (Baumteils), das über den Anhänger hinausragt, um ein Viertel länger ist als die Länge des Hängers. Das Gleiche gilt, wenn Pkw, Anhänger und Ladung insgesamt länger als 14 Meter sind.

Gilt der Transport als Langgutfuhre, dürfen gemäß § 58 KDV auf Autobahnen und Autostraßen nur maximal 70 km/h, auf allen anderen Straßen maximal nur 50 km/h gefahren werden.

Conclusio:

Damit du auch versicherungsrechtlich in einem eventuellen Schadensfall keine Probleme bekommst, solltest du die obigen Bestimmungen einhalten. Und im Zweifelsfall doch lieber das kleinere Bäumchen nehmen. 😉