Als wir vor einem Jahr erfuhren, dass unser Sohn operiert werden musste, war das im ersten Moment ein Schock. Wir hatten durch unseren Kinderarzt (Wahlarzt) einen sehr guten, äußerst erfahrenen Chirurgen. Dank unserer Zusatzversicherung war es kein Problem, die Operation im Privatspital des Professors durchführen zu lassen. Wir bekamen ein Einzelzimmer und ein Elternteil als Begleitperson war ebenso ohne Mehrkosten inkludiert.

Abgesehen davon, dass Philipp sein Nachthemd völlig uncool fand (es waren kleine Bärchen drauf), gab es wirklich nichts zu beanstanden. Wir hatten die Zusatzversicherung schon die letzten Jahre immer wieder in Anspruch genommen (für Arzthonorare, Impfungen, Medikamente, …), aber das war der Moment wo ich dachte: „Zum Glück haben wir das abgeschlossen.“.

In Zusammenhang mit einer Krankenversicherung poppen bei fast jedem Kunden immer die gleichen beiden Fragen auf:

  1. Was bringt sie mir?
  2. Ist so ein Vertrag nicht sehr teuer?

Ich möchte dir im Zuge dieses Artikels beide Fragen ausführlich beantworten. Außerdem  verrate ich dir auch, wie du dich ganz easy mit einem geringen Budget (unter EUR 20,00/Monat) ins System der Privatversicherung reinversichern kannst.

Das Thema ist hochkomplex, deshalb habe ich meinen Artikel in 6 Teile gegliedert.

 

TEIL 1 – Unser Krankenversicherungssystem – Basics

So sieht das österreichische Krankenversicherungssystem aktuell aus

  • Wer in Österreich lebt, muss auch krankenversichert sein.
  • Das Versicherungsverhältnis beginnt bei Erwerbsfähigkeit oder dem Erhalt einer Pension.
  • Annahmezwang auch bei (schwerer) Erkrankung
  • Keine Wartezeiten – Versicherungsschutz beginnt sofort
  • Beitragshöhe ist unabhängig vom individuellen Risiko, abhängig vom Einkommen
  • Nahe Angehörige können betragsfrei mitversichert werden
  • Beiträge werden bezahlt von Dienstgeber, Dienstnehmer und vom Staat
  • Die Krankenversicherungsträger kann man in Österreich nicht frei wählen (im Vergleich zB zu Deutschland) – abhängig welcher Berufsgruppe du angehörst

Hier kannst du schon einen der wesentlichen Unterschiede zum privaten Krankenversicherungssystem herauslesen: Private Anbieter sind dazu angehalten, ihre Kunden auszuwählen und aus Rücksicht auf die Versicherungsgemeinschaft keine „schlechten“ Risiken (also Personen mit Vorerkrankungen) aufzunehmen. Sie würden sonst die Versicherungsgemeinschaft mit vorhersehbaren Zahlungen belasten.

 

Ein Ausblick in die Zukunft unseres Gesundheitssystems

Von Jahr zu Jahr wird offensichtlicher, dass das österreichische Gesundheitssystem marode und eine tiefgreifende Reform längst überfällig ist. Überfüllte Wartezimmer, völlig überlastete Ärzte die nur mehr wenige Minuten pro Patienten aufbringen können, Gangbetten im Spital und Behandlungen die von der Kasse nicht bezahlt werden.

Das heurige Covid-19-geprägte Jahr mit den für das System fehlenden Sozialversicherungseinzahlungen wird noch sein Übriges dazu beitragen, dass die Situation in Zukunft sicher nicht besser wird.

Hinzu kommt, dass es einen immer höheren Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung bei uns gibt. Damit einher geht ein noch höherer Bedarf an medizinischen Leistungen, vom Pflegebedarf ganz zu schweigen. Bereits 2035 wird es lt. Prognosen mehr über 65-Jährige als unter 20-Jährige in Österreich geben.

 

Was wird von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt?

Der Gesetzgeber bestimmt in Österreich welche Leistungen die einzelnen Sozialversicherungsträger zu erbringen haben. Das sind:

  • Krankenbehandlungen beim Kassenarzt
  • Unterbringung in einem Mehrbettzimmer einer Krankenanstalt (eine Verpflegungspauschale/Selbstbehalt pro Tag fällt an)
  • Verschreibungspflichtige Medikamente (die Rezeptgebühr ist selbst zu tragen)
  • Verschiedene Zahnbehandlungen
  • Krankengeld bei Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit
  • Sach- und Geldleistungen im Fall der Mutterschaft

 

Details kannst du hier nachlesen: https://www.sozialministerium.at/Themen/Soziales/Sozialversicherung/Krankenversicherung.html

 

TEIL 2 – Was deckt die private Krankenzusatzversicherung?

Stationäre Tarife = Sonderklasseversicherung

Diese deckt die Kosten eines stationären Aufenthaltes in der Sonderklasse. Davon ist die Unterbringung im Ein-oder-Zweibettzimmer umfasst. Ebenso hast du freie Arzt- und Spitalswahl.

Dies ist der teuerste Baustein im Bereich der Krankenversicherung, aber auch der am häufigsten abgeschlossene. Wenn jemand von einer „privaten Krankenversicherung“ spricht meint er meist diesen Bereich.

 

Ambulanter Tarif = Arztkostenversicherung

Hier sind u.a. folgende Leistungen inkludiert

  • Honorare von Wahl- und Privatärzten
  • Alternative Heilbehandlungen (Akupunktur, Shiatsu, Homöopathie, Bioresonanz …)
  • Heilbehelfe (zB Brillen, Krücken)
  • Medikamente (inkl. Rezeptgebühren, auch Arzneien die von der Krankenkasse nicht übernommen werden)
  • Psychotherapien
  • Physiotherapien, Massagen

Wenn du beispielsweise beim Facharzt für deine Untersuchung EUR 150,00 bezahlst und davon EUR 35,00 von deiner staatlichen Krankenkasse rückerstattet bekommst, zahlt dir die private Zusatzversicherung den Differenzbetrag von EUR 115,00 aus. Solltest du kein Kostenersatz durch die Sozialversicherung erhalten, werden 80% der Rechnung von der Zusatzversicherung übernommen.

Bei Medikamenten und diversen Therapien ist es für die Abrechnung lediglich erforderlich, dass du eine ärztliche Verordnung bekommst. Ich sammle dies bei uns in der Familie meist bis es sich lohnt, damit ich unseren Hausarzt nicht wegen jeder Kleinigkeit deswegen beanspruchen muss.

Alternative Behandlungen werden von gesetzlichen Sozialversicherungen – mit wenigen Ausnahmen – gar nicht bezahlt. Hier musst du also immer alles selbst berappen. Es gibt mittlerweile so viele alternative Heilmethoden, dass es von Vorteil ist, im Vorfeld abzuklären ob die von dir präferierte auch sicher von deiner künftigen Krankenversicherung bezahlt wird. Früher gab es seitens der Versicherungshäuser ganze Kataloge mit den von den jeweiligen Anbietern „akzeptierten“ Behandlungsmethoden. Aufgrund der zunehmenden Fülle liegt das nicht mehr auf und daher ist eine konkrete Abfrage ratsam.

 

Zusatztarife

Es gibt noch zahlreiche Zusatztarife in der Krankenzusatzversicherung, die nur in bestimmten Bedarfsfällen Sinn machen. Ansonsten bezahlst du hier aber oft jahrelang unnötig für etwas, das entweder ohnehin fast nie greift oder wenn doch, ist die Leistung so gering, dass es in keinem Verhältnis mit der bis dahin einbezahlten Prämie steht. Beispiele:

  • Einbettzimmerzusatztarif
  • Zahntarif
  • Spitalgeld
  • Taggeld
  • Kurkosten
  • Wellnesstarife
  • Weltdeckung/Reisekrankenversicherung
  • Zweitmeinung Manche Anbieter organisieren dir auf Wunsch eine fachärztliche Zweitmeinung und übernehmen die Kosten dafür. Das ist vor einem geplanten Eingriff ein durchaus sinnvolles Angebot.

 

 

TEIL 3 – Wozu brauchst du eine Krankenzusatzversicherung?

In Diskussionen mit skeptischen Kunden zu diesem Thema stellt sich oft heraus, dass die wahren Vorteile einer Zusatzversicherung nicht wirklich erkannt werden. Oder, dass man bisher einfach „Glück“ hatte und nie ernsthaft krank war oder schnell einen Spezialisten benötigt hat.

Es geht schon lange nicht mehr darum eine frische Obstschüssel und die Tageszeitung ans Bett gestellt zu bekommen. Es sind weitaus wesentlichere Gründe als der Hotelcharakter die für eine Zusatzversicherung sprechen:

Freie Arztwahl

Du kannst damit den Arzt deines Vertrauens wählen. Ich für meinen Teil möchte jedenfalls sichergestellt haben, dass ich für meine Familie und mich im Fall des Falles einen absoluten Spezialisten seines Faches aussuchen kann. Oft ist dieser dann aber kein Kassenarzt und behandelt nur in seiner Privatordination oder operiert im Privatspital. Da wird es als Kassenpatient schwierig, eine Behandlung bzw. einen OP-Termin zu bekommen der mit einem Spitalsaufenthalt verbunden ist. Als Kassenpatient hast du nämlich kein Recht darauf, dich von einem bestimmten Arzt im Spital behandeln zu lassen.

Freie Spitalswahl

Du suchst das Spital mit der für dich bestmöglichen medizinischen Betreuung. Somit stehen dir auch so gut wie alle Privatspitäler zur Auswahl. Das kann ein Kassenpatient nicht, er muss bekanntlich das Spital nehmen dem er zugewiesen wird.

Flexible Termine

Ob nun ein OP-Termin oder eine Untersuchung ansteht, du vereinbarst alles flexibel und ganz nach deinen Wünschen. Offiziell dürfen Privatpatienten nicht schneller OP-Termine bekommen als Kassenpatienten. In der Praxis ist es aber so. Bei vielen Fachärzten (zB Augen- oder Hautärzte) muss man als Kassenpatient 3, 4 oder noch mehr Monate auf einen Ordinationstermin warten. Als Privatpatient hat man seinen Termin oft innerhalb von Tagen.

Bezüglich OP-Termine sieht die Situation für Kassenpatienten meist noch trister aus – Genaueres findest du weiter unten, in Teil 4.

Schnellere Genesung durch mehr Ruhe

Klar, im Sonderklassezimmer genießt du auch mehr Ruhe und Privatsphäre. Unterschätze diesen Umstand nicht – ist natürlich abhängig vom Grund des Spitalsaufenthaltes, aber wer jemals unfreiwillig eine Nacht im Spital mit mehreren anderen völlig fremden Personen zugebracht hat, weiß was ich meine.

Als ich unsere Tochter auf die Welt brachte lag ich im Zimmer mit einer Frau, die das 12.(!) Kind bekommen hatte. Und die komplette Familie kam gleich am ersten Tag zu Besuch. Es war wie in einem schlechten Film als Kinder – wie die Orgelpfeifen gereiht – bei der Türe hereinspazierten. Da die Familie avisierte auch die nächsten Tage in vollem Umfang zu erscheinen entschied ich mich, umgehend in ein Einbettzimmer zu übersiedeln. Ich hatte bei meiner Krankenzusatzversicherung keinen „Zusatz Einbettzimmer“ versichert, musste diesen Aufschlag daher selbst bezahlten, die Ruhe danach war mir aber jeden Euro wert …. 😉

Längere Besuchszeiten

Auch diese erleichtern dir die Zeit im Spital.

Dies gilt selbstverständlich nicht für die aktuellen Corona-Bestimmungen, diese gelten derzeit auch in Privatspitälern bzw. auf Sonderklasse.

Direkte Verrechnung

Alle Kosten werden direkt mit dem Krankenhaus verrechnet. Du musst dich um nichts mehr kümmern und kein Geld vorstrecken.

 

Wann überlegst du eine Krankenversicherung abzuschließen?

Meist gibt es im Leben zwei – für Frauen mitunter drei – Situationen wo du an eine private Krankenversicherung denkst:

  1. Am Ende deiner Ausbildung bzw. zu Beginn deines ersten Arbeitsverhältnisses, weil Eltern oder jemand anderer dir raten, sowas abzuschließen
  2. Als Frau wenn du das erste Mal schwanger bist.
  3. Wenn du die erste gesundheitliche Beeinträchtigung feststellst (zB Rückenschmerzen)

Wenn du nach Situation 1 bereits handelst, ist meist alles gut.

Situation 2 oder 3 bewirken jedoch, dass ein derartiger Vertrag ab dann ungleich teurer für dich ausfällt. Schließlich soll hier ja ein bereits eingetretener Versicherungsfall – in unserem Beispiel das Rückenleiden oder eine Geburt – mitversichert werden. Klar, dass sich das Versicherungen von ihren Kunden zahlen lassen. Immerhin steht hier bereits fest, dass Kosten auf sie zukommen wird. Situation 3 könnte schlimmstenfalls sogar bedeuten, dass du unversicherbar bist.

 

TEIL 4 – Halbwahrheiten und Märchen

Die 2-Klassen-Medizin – alles ein Märchen?

Um einen Unterschied festzustellen zwischen normalen Patienten und Klassepatienten muss man sich nicht auf Einzelschicksale verlassen. Dazu braucht man nur einen Blick auf die Aufstellung der OP-Wartezeiten der Krankenhäuser werfen. Diese ist Covid-bedingt aktuell nicht abrufbar, da die aktuellen Zahlen einfach kein repräsentatives Bild abgeben würden.

Allerdings war der Stand lt. Homepage der APA und den hier genannten Zahlen des KAV Wien am 9.1.2020:

  • Operationen für Hüftersatz – Wien 10 Wochen, NÖ Landeskliniken 16 Wochen, Vorarlberg 25 Wochen
  • Knieersatz – Wien 14,5 Wochen, NÖ 18,5 Wochen, Steiermark 21 Wochen
  • Bandscheiben-OPs – Wien 3,5 Wochen, NÖ 10 Wochen, Steiermark 15Wochen
  • Grauer Star – Wien 15 Wochen, Salzburg 7 Wochen, NÖ 29,5 Wochen, Vorarlberg 44 Wochen

Fakt ist, dass ein Privatpatient hier weitaus kürzere Wartezeiten auf seine Operation hat, als ein Kassenpatient. Meist unter einem Monat.

Übrigens: In Zeiten von Corona haben sich die Wartezeiten für OP´s noch weiter verschärft. Aktuell muss man als Kassenpatient zu den regulären Wartezeiten auf einen Eingriff nochmals rd. 6 Monate hinzurechnen. Es gibt etliche Fälle wo Patienten mehrmals wieder heimgeschickt wurden, obwohl ein konkreter OP-Termin für diesen Tag vereinbart war.

Fakt ist auch, dass die Zahl der Wahlärzte in Österreich stetig steigt. Heute haben bereits 64 Prozent aller Fachärzte mit Ordination keinen (!) Kassenvertrag. Sie können damit ihr Honorar selbst festlegen. Patienten können dies zwar anschließend bei ihrer Sozialversicherung einreichen, bekommen aber nur einen Bruchteil dessen rückerstattet. Die Basis für die Rückerstattung bildet nämlich immer der Kassentarif, der meist viel geringer ist als die Honorarnote des Arztes.

Susanne Kondziolka-Bloch

Gruppenversicherungen – das Allheilmittel?

Viele Firmen oder Berufsverbände bieten für Ihre Mitglieder die Möglichkeit einer vergünstigten Krankenzusatzversicherung im Rahmen eines Gruppenvertrages. Diese bieten rund 20% Rabatt auf den stationären Tarif.

Was viele nicht wissen: Hier muss man sich vor Abschluss des Vertrages im Klaren sein, dass es gemäß VersVG §178 i, Zi 2, möglich ist, dass der Versicherer eine Kündigung aussprechen darf. Außerdem darf die Versicherung bei Gruppenverträgen die Prämie erhöhen, wenn dies aus risikotechnischen Gründen erforderlich ist. Das ist bei Einzelverträgen nicht möglich.

 

Darf mich die Versicherung kündigen wenn ich ihr zu viel koste?

Nein, keinesfalls. Im VersVG ist das ganz klar geregelt unter §178i, Zi 1+2.

Egal welche Leistungen zu erhältst und welche Krankheit kommen mag, du kannst nicht mehr gekündigt werden.

Der einzige Grund weshalb sie dich kündigen dürfte ist, wenn du bei den Antragsfragen schwerwiegende Erkrankungen verschwiegen hast.

 

Kann mir die Versicherung die Prämie erhöhen?

Nein, auch das ist bei Einzelversicherungen nicht möglich. Auch hier ist gesetzlich geregelt, dass lediglich Tarif- bzw. Indexanpassungen erfolgen dürfen, und das gilt dann für alle Versicherten.

 

Ich habe schon ein Leiden – da nimmt mich keine Versicherung mehr?

Auch das kann man so nicht pauschal beantworten. Selbstverständlich fragt jede Zusatzversicherung im Antrag den Gesundheitszustand ihrer künftigen Kunden genau ab. Dies ist wichtig um eine korrekte Risikoeinschätzung machen zu können und ist nur fair für alle übrigen bereits Versicherten. Und natürlich gibt es Krankheiten die es sehr schwierig bis unmöglich machen noch einen Versicherungsschutz zu erlangen.

Aber es gibt noch viele Ansatzmöglichkeiten, selbst bei einem bestehenden Leiden Versicherungsschutz zu bekommen.

  • Ausschluss bestimmter Bereiche (die ungünstigste Form), für alles übrige besteht voller Versicherungsschutz (Prämie ist auch in vollem Umfang zu bezahlen)
  • Diese Variante gibt es auch als temporären Ausschluss wo im Vorfeld ein zeitlich definierter, begrenzter Ausschluss für bestimmte Vorerkrankungen erfolgt
  • Zuschlag zur Normalprämie, der auf das individuelle Risiko abgestimmt sind

 

 

TEIL 5 – Die monatlichen Kosten

Was kostet dich eine Zusatzversicherung in etwa pro Monat?

Denken wir an die Krankenzusatzversicherung, kommt dir vielleicht gleich der Gedanke: das kann sich doch niemand leisten! Dann wird der Taschenrechner gezückt und der Versuch gestartet, durchzukalkulieren, ob sich denn das Ganze auch rechnet. Und wann man am besten einsteigen sollte, um möglichst wenig Prämie zu zahlen für möglichst viel Leistung …

Sämtliche dieser Überlegungen lassen sich ganz einfach auf den Punkt bringen: Je jünger und gesünder Du bist, umso günstiger der Tarif!

Hier ein einfaches Rechenbeispiel zur Demonstration:

  • Mit 20 Jahren kostet dich ein regulärer Sonderklassetarif (mit Selbstbehalt) für ganz Österreich rd. EUR 70,00/Monat,.
  • Mit 30 Jahren musst du für die gleiche Leistung bereits rd. EUR 90,00
  • mit 40 sogar schon rd. EUR 110,00/Monat berappen.
  • Ein Vollkostentarif (=ohne Selbstbehalt im Leistungsfall) für ganz Österreich kostet rd. EUR 105,00/140,00 und 180,00 (für 20/30/40-jährige Personen).

Da für Kinder gerade in den ersten Lebensjahren die Besuche beim Kinderarzt den Großteil der Kosten ausmachen, wird aus meiner Erfahrung hier auch zu 99% neben dem stationären, auch der ambulante Tarif von den Eltern gewünscht. Je nach Produkt bewegen wir uns hier für beide Tarifen insgesamt um die EUR 45-50,00/Monat. Die meisten Anbieter führen Kinder bis zum 18. Lebensjahr mit der Kinderprämie, einige bis zum 20.

(Sämtliche genannte Prämien sind Richtprämien)

 

TEIL 6 – Die günstigste Lösung für dich finden

Die Optionsversicherung – Ideal für Junge

Mit einem sog. „Optionstarif“ bezahlst du als 20-Jährige/r nur EUR 20,00 und als 30-Jährige/r nur EUR 25,00/Monat.

Wie das geht?

Das Prinzip ist darauf aufgebaut, dass du in jungen Jahren mit sehr gutem Gesundheitszustand einsteigst. Der Versicherungsschutz ist da beschränkt auf Sonderklasseleistungen nach Unfällen.

Als Gegenleistung erhältst du eine unschlagbar günstige Prämie. Zudem wird dein Alter und deine Gesundheit versicherungstechnisch „konserviert“.

Klingt kompliziert? Ist es nicht, nur logisch ….

Bis zum spätestens 40. Lebensjahr erfolgt ein Umstieg auf einen vollwertigen Krankentarif. Du bestimmst diesen Zeitpunkt selbst. Du hast nämlich jedes Jahr zur Hauptfälligkeit die Möglichkeit, auf den umfassenden Schutz umzusteigen.

Wieso das so ist?

Da sonst jeder nur einen Optionstarif abschließen würde und dann bis zu dem Moment wartet wo er eine Leistung benötigt um dann umzusteigen. Das würde das System nicht tragen.

Und es ist dann völlig irrelevant ob sich dein Gesundheitszustand seit Abschluss des ursprünglichen Vertrages verschlechtert hat.

 

Wo kannst du sonst noch Kosten sparen?

  • Es gibt neben dem sog. Österreich-Tarif (der immer das Bundesland Wien einschließt, das die teuersten Spitalskosten, den höchsten Selbstbehalt und auch die höchste Prämie aufweist) auch günstigere Bundeslandtarife. Diese sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Der Nachteil dieser Tarife liegt darin, dass bei einem Spitalsaufenthalt außerhalb des Heimatbundeslandes die Kosten möglicherweise nicht vollständig ersetzt werden.
  • Die meisten Tarife sehen bei Nichtinanspruchnahme von Leistungen während eines gewissen Zeitraumes eine teilweise Prämienrückerstattung vor.
  • Wenn du bereit bist, im Krankenhaus Kosten bis zu einer bestimmten Höhe selbst zu übernehmen, kannst du mit einem Selbstbehaltstarif ebenfalls Prämie sparen.

 

 

Conclusio

Die Entscheidung für oder gegen eine Krankenzusatzversicherung solltest du in Ruhe treffen. Immerhin hast du diesen Vertrag vermutlich bis an dein Lebensende. Und du solltest dich keinesfalls von irgendwelchen Schauergeschichten anderer beeinflussen lassen. Dieser Guide soll dir die echten Fakten nahebringen und dir darlegen was es am Markt für Möglichkeiten gibt.

Das Wichtigste zuletzt: Denke über eine Zusatzkrankenversicherung nicht erst dann nach, wenn du bereits ein gesundheitliches Problem hast. In vielen Fällen heißt es dann: „Ein brennendes Haus kann man nicht mehr versichern.“

Wenn du noch Fragen zu dem Thema hast, das – zugegeben – sehr komplex ist, dann melde dich gerne bei uns.

Wir bieten als besonderen Service für unsere Kunden einen detaillierten Versicherungsvergleich in der Krankenversicherung an – nur mit Hilfe einer derartigen Übersicht kannst du für dich klären ob und wenn ja, welches Produkt deine Erwartungen am besten erfüllt, und das zu der Prämie die du dir leisten kannst.

 

P.S.: Und nicht vergessen – es gibt für alles eine Lösung.

 

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